Die Pfadfinderschaft Nordmark (PSN)
Dieser Teil von Historica geht auf die Geschichte der Pfadfinderschaft Nordmark ein. Folgender Artikel
wurde in der "Dokumentation 2" des DPV gefunden, dem die PSN angehört.
In den letzten Jahren hat sich in unserer Führerschaft ein klares Bewußtsein gebildet,
was Platz und Notwendigkeit der Pfadfinderei im Spektrum der Jugendarbeit,
ganz besonders in der Großstadt, anbetrifft.
Während die Jahre vor 1976 aus verschiedensten Gründen sehr unruhig verliefen
(Kontroversen über die zukünftige Entwicklung des Bundes, Abspaltungen und
Beitritte - u. a. Stamm Roland BDP Bremen 1970, Hanseatischer Pfadfinderbund 1971
und Bremer Pfadfinderjugend 1976) konnte sich unser Bund bis heute immer mehr festigen.
Anzeichen, wie die seitdem unveränderte Verbandsführung, eine Verstärkung der Gruppenleitermannschaft
um das Doppelte, der Aufbau zweier neuer Stämme und ein neues Domizil in der
Innenstadt sprechen dafür. Das Bremer Jugendamt hat deshalb im letzten Jahr
unsere bis dahin nur vorläufig anerkannte Förderungswürdigkeit endgültig bestätigt.
Jugendarbeit in einer Großstadt steht unter dem Zeichen einer stark technisierten
Umwelt und wird geprägt durch Wohnverhältnisse, die die Anonymität und Kommunikationsarmut
fördern, sowie durch Tendenzen, die dem Jugendlichen die Orientierung an überschaubaren
Wertvorstellungen und konkrete Perspektiven kaum noch ermöglichen.
Mit unserer Arbeit versuchen wir den Jugendlichen eine soziale Einstellung zu vermitteln, die
sich in Begriffen wie Ge-meinschaft, Partnerschaft oder Aufeinander- Rücksichtnehmen fassen lassen.
Über die Funktion der Gruppe wollen wir die Strukturen der Gesellschaft verständlicher
machen und damit erreichen, daß der einzelne positive Wertvorstellungen
verinnerlicht und seinen eigenen Standort bestimmen kann.
Unsere Gruppen konnten sich im Laufe unseres Bestehens ein immer breiteres
Aktivitätsspektrum erarbeiten (Theaterarbeit, Filmarbeit, Umfrageaktionen, Schulhilfe).
Höhepunkte der auf Bundesebene organisierten Aktivitäten waren die gemeinsamen
Sommerlager im Harz 1978 und 1979 und unsere Großfahrten nach Marokko 1977 und nach Lappland 1980.
Das bundesinterne Ausbildungsmodell für unsere Gruppenleiter wird ständig weiterentwickelt.
So erfolgt die Ausbildung zur Zeit in drei Stufen, die ein einwöchiges Späherlager, einen
Gruppenleitergrund und einen Weiterbildungskurs für fortgeschrittene Gruppenleiter umfassen.
Im weiteren unterstützen wir die Arbeit unserer Mädchen- und Jungengruppen
durch die Herausgabe unserer Bundesschrift "Der Nordmarkbote", des "Horstbuches",
das jeweils unter einem bestimmten Thema Fachwissen vermittelt,
und des "Aktiv", einer speziell an unsere Gruppenleiter gerichteten Schrift.
Quelle: Deutscher Pfadfinderverband
Dokumentation 2, S. 140 f., 1981